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Ko Lanta/Thailand
       
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Thailand und Malaysia- Januar/Februar 2013

Nordostthailand

Ein richtiges Meer (also kein etwas groß geratener Binnensee wie der Baikal), und zwar die Ostsee, haben wir das letzte Mal vor 8 Monaten und 26.000 km gesehen! Ja, nach so langer Abstinenz sehnen wir uns nach Wasser, Strand und, in diesem Teil der Welt, natürlich Palmen! Und deshalb soll unsere erste Thailandreise uns vor allem an seine Küsten bringen. Am 2.1.2013 überqueren wir in Pakxe/Laos den Mekong und reisen in Chang Mek nach Thailand ein. Um der großen Zahl der sich im Land aufhaltenden, wenig konsumierenden Aussteiger Herr zu werden, die durch kurze Ausreise in eines der Nachbarländer immer wieder ihr Visum verlängern konnten, haben die Thais vor 2 Jahren bei Einreise über Land und See kurzerhand eine maximale Visumsgültigkeit von nur noch 15 Tagen eingeführt. Zu wenig für uns, und deshalb haben wir uns bereits im laotischen Savannaketh im dortigen Thai-Konsulat ein 2 x 60 Tage-Visum besorgt. Also ein Double-Entry-Visum, weil wir uns die Möglichkeit einer Ausreise nach Kambodscha zum Besuch von Angkor Wat noch offen halten wollen. Die Grenzabfertigung der Menschen erfolgt damit problemlos, ist aber für unsere Maschine (Auto) etwas langwierig, da vom Internationalen Fahrzeugschein (Thailand ist dem Carnet-Abkommen nicht beigetreten) und vom Pass des Fahrers umständlich je 2 Kopien angefertigt werden müssen. Es wäre besser gewesen, die schon dabei zu haben. Und es muss vorab eine Autoversicherung abgeschlossen werden, die es hier aber leider nur für 7 Tage Gültigkeit gibt. Wir werden uns also zügig um eine Anschlussversicherung kümmern müssen. Auf Nachfrage erhalten wir auch für das Fahrzeug eine zweimonatigen Aufenthaltsgenehmigung. Und damit sind wir in Thailand angekommen, das mit einer Fläche von 514.000 qkm fast doppelt so groß wie Deutschland ist und ca. 66 Mio. Einwohner hat. Von denen sind ca. 94 % Buddhisten und 5 % Moslems. Die Staatsform ist nach der Revolution von 1932 eine konstitutionelle Monarchie. Gemäß Verfassung ist der König Staatsoberhaupt, religiöses Oberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte; die Regierungsgeschäfte werden vom Premierminister geführt.

Wir müssen uns erst einmal auf Linksverkehr umstellen - zum Glück fahren auch die Thais recht defensiv. Aber Bettina braucht eine Weile, bis sie sich an die nun auf ihrer Seite sehr dicht vorbeirauschenden überholenden Trucks gewöhnt hat, die unbedingt die blonde Fahrerin bestaunen wollen! Ein Problem wird das vollkommene Fehlen zweisprachiger Beschilderungen, was in Ratchathani unsere Suche nach einer Autoversicherungsgesellschaft erheblich erschwert. Dass wir eine finden und der Abschluss einer Folgeversicherung dann doch gelingt, haben wir nur der zufälligen Begegnung mit einem der außerhalb der Touristenzentren wenigen Englisch sprechenden Thais zu verdanken.

Wir fahren erst einmal nach Süden zur Kambodschanischen Grenze in der Hoffnung, den im Grenzgebiet liegenden Khmer-Tempel Prasat Khao Phra Viharn besichtigen zu können, der durch Grenzscharmützel zwischen thailändischen und kambodschanischen Truppen vor 2 Jahren internationale Schlagzeilen gemacht hat. Aber leider sind die Ruinen immer noch unzugänglich, der kleine Grenzverkehr zum Tagesbesuch des architektonischen Juwels ist immer noch unterbunden. Der Streit um den Tempel ist alt. 1962 wurde er gemäß einer Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag Kambodscha zugesprochen, was in Thailand innenpolitisch nie akzeptiert wurde. Eskaliert ist der Streit erneut, als auf Antrag Kambodschas die UNESCO den Tempel 2008 zum Weltkulturerbe erklärte. Es gab heftige Grenzgefechte und Tote waren zu beklagen. Auf einem befestigten und von Militärs bewachten Felsplateau liegt auch auf Thai-Seite ein kleiner Tempel: Buddha hinter Stacheldraht von der gemeinen militärischen Variante – ein schier unglaublicher Anblick. Das eigentliche Objekt der Begierde kann man in 800 m Entfernung nur mit dem Fernglas sehen. Die geschäftstüchtigen Thais haben aus ihrem Teil des Plateaus kurzerhand einen gebührenpflichtigen Nationalpark gemacht und verdienen noch heute an den Besuchern und dem Verleih von Ferngläsern, während der im unzugänglichen äußersten Norden Kambodschas liegende Tempel, bis vor ein paar Jahren letztes Rückzugsgebiet der Roten Khmer, nur noch wenige Besucher sieht. Aber im ca. 30 km entfernten Wat Lan Kuat haben wir dann freien Zutritt. Es ist der „Millionen Flaschen-Tempel“. Ständig wird unter Verwendung leergetrunkener Flaschen renoviert und angebaut. Nicht schön, aber selten! Westlich von Prasat gelangen wir zu den auf einem erloschenen Vulkankegel in 190 m Höhe liegenden Ruinen Prasat Phanoam Rung, ein zwischen dem 10. und 13. Jh. errichtetes Shiva gewidmetes Heiligtum aus rotem Sandstein und einer von mehr als 300 Tempeln aus der Zeit der Khmer-Herrschaft des 9. bis 13. Jh.. Die feinen Steinmetzarbeiten in rotem und grauem Sandstein sind wunderschön - wir sind sehr beeindruckt!

Immer dicht entlang der kambodschanischen Grenze reisen wir nun nach Süden über Aranyaprathet, Chanthaburi und Trat in den schmalen Landstreifen am Golf von Thailand im äußersten Südosten. An Angkor Wat fahren wir vorbei, scheuen den erneuten zweimaligen Grenzübergang und beschließen, den Besuch auf die nächste Reise (s. u.) zu verschieben. Wir passieren zahlreiche Straßensperren, mit denen Thailands Polizei den Zustrom von Drogen und Menschen aus Kambodscha erschweren will. Schließlich haben wir es nach knapp über 8 Monaten von Meer zu Meer geschafft – von der Ostsee an den Golf von Thailand! Auf dem Gelände eines ehemaligen Flüchtlingslagers, das ab 1992 zum "Khao Lau Thai Red Cross Center" ausgebaut wurde, finden wir für einige Tage einen wunderschönen Platz am Meer. Den haben wir fast für uns allein, bis der Besuch von Prinzessin Ubol Ratana, Schirmherrin des Thai-Roten Kreuzes, angekündigt wird. Sicherheitskräfte rücken an, vor der Küste patrouillieren 3 Schiffe der Marine, das Gelände wird gesäubert, Fahnen aufgestellt, eine Strasse mit einem Baldachin überspannt, rote Teppiche ausgerollt. Busladungen voller Menschen, hauptsächlich Frauen, treffen ein. Dann ist es soweit. Die mit dem Helikopter eingeflogene Prinzessin, die in einem Rollstuhl sitzt, wird an den knienden Menschen vorbeigefahren. Dabei müssen die Füße der Zuschauer nach hinten zeigen, es darf nicht fotografiert werden, Sonnenbrillen sind abzusetzen, und die Hände werden vor dem Gesicht gefaltet. Die Prinzessin spricht mit einigen Frauen und verteilt Spielzeug an Kinder. Bettina macht das alles mit, aber der Grund des königlichen Besuches wird ihr mangels Verständigungsmöglichkeiten nicht klar. Aber eines wird klar: Die Menschen lieben und verehren ihre Königsfamilie inbrünstig! Ob an Ortseinfahrten, öffentlichen und privaten Gebäuden, an Straßenrändern oder im Reisfeld: die Porträts von König Bhumipol und Königin Sirikit sind allgegenwärtig. König Bhumipol hat seit seinem Amtsantritt 1946 20 Militärputsche und gewaltsame Regierungswechsel erlebt, aber dabei immer als stabilisierende, einigende Kraft gewirkt. Auch deshalb steht der König bei der Bevölkerung hoch über dem politischen Tagesgeschehen.

Da wir ahnen, dass wir einen so schönen Standplatz so schnell nicht wieder finden werden, zögern wir mit der Fortsetzung unserer Reise. Doch irgendwann muss es entlang der Küste Richtung Bangkok weitergehen. An den Küsten ist es schwierig, gute Nachtplätze zu finden, da praktisch alles bebaut oder vermüllt ist. In Küstennähe haben seit einigen Jahren Shrimps-Aufzuchtbecken die Reisfelder verdrängt. Über Chanburi und Samut Songkhram gelangen wir schließlich nach Damnoen Saduk, ca. 100 km südwestlich von Bangkok. Dieser auf Stelzen errichtete Ort entlang unzähliger Kanäle ist berühmt für seinen Schwimmenden Markt. An einer Bootsanlegestelle mit Restaurant dürfen wir in einer offenen Halle unser Auto parken und ordern für den nächsten Morgen ein Boot, das uns zu dem quirligen, sehr touristischen Markt bringt. Trotzdem ist es ein Erlebnis, das wir nicht missen mögen. Souvenirs, Obst und warme Mahlzeiten werden aus den Booten heraus verkauft. Es ist ein ziemlich chaotisches Bootsgedränge mit Besuchern aus aller Herren Länder. Bei unserem anschließenden Rundgang auf schmalen Stegen entlang der Kanäle und über Brücken lässt sich das Treiben fast noch besser beobachten. Von der Restaurantbesitzerin werden wir zwei Tage später mit guten Wünschen und Proviant von unserem Standplatz verabschiedet. Es ist erstaunlich und wir freuen uns, dass trotz des Massentourismus die meisten Thais immer noch so freundlich sind.

  Damnoen Saduk/Thailand        

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Die Nachtplätze dieses Reiseabschnitts in chronologischer Reihenfolge; wir haben uns überall sehr sicher gefühlt; alle Koordinaten WGS84:

Am Shirindthorn-Stausee : an der Restaurant-Meile; N15 10.296 E105 21.520; alle Versorgungen in der Umgebung, ruhig

Am Huai Ta Mai-Stausee: Schulgelände???; N14 43.949 E104 34.587; keine Versorgung, ruhig

Phanum Rung-Tempel: schöner Platz am View-Point; N14 32.440 E102 56.510; keine Versorgung, ruhig

Khao Soi Dao-Reservat: Parkplatz; N13 06.263 E102 11.663; einige Kioske in der Nähe, ruhig

Khao Lau Thai Red Cross Center: schöner Platz am Strand; N11 58.708 E102 46.074; alle Versorgungen, ruhig

Südl. Tha Mai: Straßenparkplatz am Strand; N12 32.314 E101 59.479; keine Versorgung; nur nachts ruhig

Nähe Bang Saen: zwischen Fischerhütten am Strand; N13 15.927 E100 55.505; keine Versorgung; schmutzig und laut, nur zur Not

Damnoen Saduk: Bootsanlegerparkplatz; N13 31.330 E99 57.702; alle Versorgungen; ruhig

 

 

Südthailand 1

Die Strasse entlang der Ostküste nach Süden bringt uns zunächst in die schöne Bucht von Bankrut, wo wir einige Tage bleiben und per Fahrrad oder zu Fuß die Gegend erkunden. Hier gibt es noch einige Möglichkeiten, am Strand einen Standplatz zu finden. Wir entscheiden uns für das Ruen Thalay-Resort auf einer Wiese unter Kokospalmen voller Nüsse: ein häufiger Blick nach oben kann nicht schaden! Haben wir eigentlich schon erwähnt, dass wir fast immer super Wetter haben? Hier und auch weiter im Süden wurden neben Kokospalmen- vorwiegend Kautschuk- und Ölpalmenplantagen angelegt. Thailand ist inzwischen der weltgrößte Kautschukproduzent. Wir folgen der Golfküste nach Süden, lassen Suratthani links liegen und wechseln zur Westküste, zur Andamanenseeküste. Die Strecke führt entlang des Khao Suk Nationalparks durch fantastische, noch herrlich bewaldete Karstformationen, die uns an die Gegend am Li-Fluss in China erinnern. So klangvoll der Name „Andamanensee“ auch ist - typische Strände, wie man sie von Thailand-Fotos in Reiseprospekten kennt, haben wir auf dem Festland leider nicht entdecken können. Dazu müssen wir auf die 60 km vor der Küste gelegenen Surin-Inseln mit einem Boot hinausfahren. Die bewaldeten Inseln sind von feinsandigen Buchten und kristallklarem Wasser umgeben, das in allen Blau- und Türkisfarben in der Sonne glänzt. Sie sind Teil eines Nationalparks und deshalb ausnahmsweise einmal nicht zugebaut. Leider gibt es aber auch hier kaum noch intakte Korallen, trotzdem entdecken wir auf unseren Schnorchelgängen viele bunte Fische und auch große lilafarbene Mördermuscheln. Und - wir haben „Nemo“ getroffen! Der kleine Clownfisch lebt hier nach den anstrengenden Filmarbeiten glücklich und zufrieden mit seinen Artgenossen und fühlt sich inmitten der Anemonen fischwohl.

Während der nächsten 14 Tage erkunden wir nun die Küsten und Strände von Khura Buri bis Phuket. Einen Standplatz zu finden, ist auch hier nicht so einfach, denn oft reihen sich Hotels und Restaurants kilometerweit aneinander, und, wenn es einmal einen zugänglichen, unverbauten Strandabschnitt gibt, hat er mit Sicherheit eher Müllhaldencharakter – es ist eine Schande! Für einige Tage mieten wir uns ein Motorrad, fahren u. a. zum Khao Lak Lamru-Nationalpark und zum Chong Fah-Wasserfall, wo wir uns zur Abwechselung einmal wieder in Süßwasser herrlich abkühlen können. Auf unseren Erkundungstouren haben wir das große Glück, noch Arbeitselefanten zu sehen. Sie sind seit dem 1989 ausgesprochenen Verbot des kommerziellen Holzeinschlags sehr selten geworden. Staunend beobachten wir, wie der Elefant auf Zurufe seines Führers Stämme aus dem Bergwald zieht, zur Seite schiebt, hoch hebt und stapelt. Ein ausgewachsener Elefant von 16 bis 40 Jahren hebt (mit seinen Stoßzähnen) bis zu 400 kg und zieht bis zu 1,5 t. Zur Mittagspause darf er sich aus einer bereit gestellten Schüssel ausgiebig rüsselduschen und danach ein Ananasfeld plündern. Auch für uns gibt es nirgendwo Versorgungsschwierigkeiten: Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Meeresfrüchte bekommt man auf nahezu allen Märkten. Und in diesem touristischen Teil von Thailand gibt es auch überall Supermärkte, in denen in beschränktem Umfang und zu gesalzenen Preisen auch westliche Lebensmittel (für uns immer wieder wichtig: Käse) bekommen kann. Nach wie vor ziehen wir meist die eigene der Thaiküche vor.

 
  Surin-Inseln/Thailand  

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Die Nachtplätze dieses Reiseabschnitts in chronologischer Reihenfolge; alle Koordinaten WGS84:

Ban Khrut: auf dem Gelände des Ruen Thalay-Guesthouse; N11 21.519 E99 34.381; alle Versorgungen in der Umgebung, ruhig

Östl. Tha Chana: mülliger Platz am Strand; N9 36.423 E99 12.272; keine Versorgung, ruhig

Khao Lak - South Beach: sehr schöner Platz am Strand, leider wurden wir vertrieben; N8 36.885 E98 14.312; alle Versorgungen, ruhig

Khao Lak - Bang Niang Beach: schöner Platz am Strand; N8 40.430 E98 14.547; alle Versorgungen, ruhig

Khura Buri - Ao Khoei Beach: schöner Platz am Strand; N9 19.096 E98 22.869; keine Versorgung, ruhig

Phuket - Sirinath Nationalpark: mülliger Platz am Strand; N8 05.822 E98 17.877; keine Versorgung, laut durch Flughafen

 

Südthailand 2

Um nun weiter nach Süden zu gelangen, umfahren wir die Bucht von Phang Nga mit seinen vielen Inseln und dem berühmten Felsen (Ko Tapu) aus dem Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“. Wir wollen noch einmal auf eine Insel und nehmen die Fähre nach Ko Lanta Yai. Auf der Suche nach einem Platz gehen wir an Stränden entlang, an denen sich lieblos zusammen gehämmerte Strandbars lückenlos aneinander reihen. Jeder Anlass ist gut, um eine Party zu veranstalten – ob Halbmond, Vollmond, Neumond oder 17/28stelmond. Und die "Musik", die sie dabei spielen ....! Wider Erwarten finden wir im Nationalpark an der Inselsüdspitze einen ruhigen und sehr schönen Strand- und Standplatz, der unseren Vorstellungen sehr nahe kommt. Wir bleiben 5 Tage und genießen das Baden im Meer, spektakuläre Sonnenuntergänge, Wanderungen durch den Urwald und die relative Abgeschiedenheit. Nur die Affen sind uns nicht wohl gesonnen: Einer hat während unserer Abwesenheit die offene Dachluke genutzt, um ins Auto zu gelangen. Zum Glück lag nichts Essbares offen herum, und er hat keinen Schaden angerichtet und auch den Weg hinaus wieder gefunden. Als Klo hat er glücklicherweise nicht unsere Polster, sondern den Fußboden benutzt! Noch mal gut gegangen! Aber ab jetzt sind wir auf der Hut.

Auf dem Weg zurück an die Ostküste fahren wir über Trang zum grössten Süßwassersee Thailands, dem Thaleh Luang und dem kleinere Thaleh Noi. Beide ein Eldorado für Wasservögel, die man von in den See hinein gebauten Stegen gut beobachten kann. Der Blick über den See mit Feldern von Wasserhyazinthen, Lotus und Seerosen ist wunderschön. Hoch interessant ist auch unser Spaziergang durch das in diesem Sumpfgebiet auf Stelzen errichtete Dorf Ban Thaleh Noi. Die Frauen haben sich hier auf Flechtarbeiten wie Körbe oder Teppiche spezialisiert, die sie aus gewalztem und teilweise gefärbtem Gras herstellen.

Auf dem schmalen Landstreifen zwischen Meer und See geht es nun zügig nach Songkhlar. Je näher wir uns den unruhigen südlichen Moslem-Provinzen nähern, desto häufiger fahren wir an großen bunten, staatlicherseits geförderten buddhistischen Tempeln vorbei. Im Gegensatz dazu sind die Moscheen der Moslems, die hier immerhin rund 80 % der Bevölkerung ausmachen, eher bescheiden. Leider stellt die Gewalt in diesen südlichen Provinzen ein großes Problem dar: seit 2004 sind mehr als 4.000 Menschen zu Tode gekommen. Es herrscht ein erbitterter Kampf zwischen den Volksgruppen der buddhistischen Thai und der moslemischen Malaien, den die Regierung mit ihrem rigorosen Vorgehen oft noch befeuert. Unterwegs zum Grenzort Sadao wundern wir uns über die hohe Polizeipräsenz und erfahren, dass es in der angrenzenden Südprovinz Pattani schon wieder einen Bombenanschlag gegeben hat. Die Ausreise aus Thailand in Sadao erfolgt schnell und problemlos, und in Dan Nok reisen wir mit Carnet ebenso problemlos nach Malaysia ein. Auch eine Autoversicherung können wir an der Grenze abschließen. Schon 4 Tage später treffen wir in Kuala Lumpur ein: den Besuch von West-Malaysia verschieben wir auf unsere nächste Reise.

Ban Klong Muang/Thailand  
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Die Nachtplätze dieses Reiseabschnitts in chronologischer Reihenfolge; alle Koordinaten WGS84:

Ban Klong Muang: schöner Platz am gepflegten Strand; N8 03.158 E98 45.160; alle Versorgungen, ruhig

Ko Lanta 1 : schöner Platz am Strand; N7 33.833 E99 02.139; alle Versorgungen, wenn eine der häufigen Strandparties gefeiert wird, bekommt man kein Auge zu

Ko Lanta 2 (Nationalpark): sehr schöner Platz am Strand; N7 28.166 E99 05.897; keine Versorgung, ruhig

Ban Thaleh Noi: Parkplatz am See; N7 46.847 E100 07.380; alle Versorgungen, nur nachts ruhig

Songkhla: schöner Platz am Strand in der Stadt; N7 12.864 E100 35.398; keine Versorgungen, nur nachts ruhig

MALAYSIA

Bujang Valley: Platz vor dem Museum ; N5 44.223 E100 24.850; keine Versorgung, ruhig

Tanah Rata/Cameron Highlands: Parkplatz im Ortszentrum; N4 28.189 E101 22.653; alle Versorgungen, nur nachts ruhig

Genting Highlands: Parkplatz unterhalb des Gipfels neben einer Moschee; N3 24.125 E101 46.922; keine Versorgung; nur nachts ruhig, nur zur Not


 

Noch kein Fazit

Unser Eindruck von Thailand nach dieser Reise ist zwiespältig. Die Thailänder sind uns fast immer sehr freundlich begegnet, was angesichts der extrem ungehobelten Touristenhorden, die ihr Land überfluten, ein Wunder ist. Enttäuscht waren wir bis auf wenige Ausnahmen von den zugebauten Stränden und den Städten des Südens. Auf der Habenseite wiederum steht das um diese Jahreszeit fast immer und überall gute Wetter und das Baden im Meer, das dank des warmen Wassers einfach wunderbar ist - nachdem wir endlich einmal einen guten Platz gefunden haben. Aber ob wir Thailand auf die Liste unserer Lieblingsreiseländer setzen, können und werden wir erst entscheiden, nachdem wir auch den Norden besucht haben - und darüber im nächsten Bericht mehr. Doch Geduld: unseren Wagen haben wir gut in Kuala Lumpur untergestellt, den Nordsommer werden wir in der Heimat verbringen und erst im Herbst zur Fortsetzung unserer Reise nach Südostasien zurückkehren. Bis dahin wünschen wir Euch und uns einen baldigen Frühling und wunderschönen norddeutschen Sommer.

Alles Gute bis zur Herbstkollektion,

Bettina & Rolf

 

Maschen/Deutschland, im März 2013